|
Licht von Bethlehem
Saalachsteg/Pfarrzentrum, 24.12.2004
Bericht und Bilder: Andi Hänsch
Eine Flamme geht um die Welt
Pfadfinder reichten das Friedenslicht von Bethlehem weiter
In tausenden Häusern auf der ganzen Welt brennt in der Weihnachtszeit ein besonderes Licht. Das Friedenslicht von Bethlehem wird alljährlich in der Geburtsgrotte Jesu entzündet und von dort in aller Herren Länder an „Menschen guten Willens“ weitergegeben. Die Pfadfinder vom Stamm Christopherus Mitterfelden übernahmen die kleine Flamme am Heiligen Abend von ihren Freunden aus Salzburg. Zum siebten Mal machte das Friedenslicht auf seiner langen Reise Station am Siezenheimer Steg, wo die Übergabefeier stattfand.
Das Licht geht als Symbol der Hoffnung auf Frieden und Versöhnung um die ganze Erde. Über hundert Pfadfinder, Eltern und Gäste aus Ainring und seiner österreichischen Nachbargemeinde begrüßte Georg Sturm vom Salzburger Pfadfinderkorps am Saalachsteg. Dekan Anton Parzinger stellte die grenzüberschreitende Gemeinschaft in den Mittelpunkt: „Mit diesem Licht wird das ehemalige Grenzgebiet zu einer Friedens-Euregio. Es soll mehr Friede sein durch das, was wir tun“, erklärte der Stammeskurat der Mitterfeldener Pfadfinder. Er freute sich, dass der Kreis beim Friedenslicht immer größer werde. Was als kleine Begegnung begonnen hatte, hat sich zu einem modernen Weihnachtsbrauch entwickelt, der immer größeren Anklang findet.
Bundesrat und Bürgermeister Ludwig Bieringer aus Wals-Siezenheim erinnerte an den Ursprung des Lichtes: „Bethlehem ist der Ort, von wo wir christlichen Frieden erwarten. Auch, wenn die Situation dort momentan angespannt ist, setzt dieses Licht ein deutliches Zeichen. Es ist wichtig, dass wir weit über die Grenzen hinaus denken“. Sein Ainringer Amtskollege Hans Eschlberger dankte den Pfadfindern von diesseits und jenseits der Saalach für ihr friedliches Engagement. „Die Erhaltung des Friedens beginnt damit, dass der einzelne Mensch friedliebend und zufrieden ist. Der Friede ist der täglichen Mühe wert. Ich danke den Pfadfindern und allen, die sich auf vielen Ebenen für Frieden einsetzen und diesen vorleben“, erklärte das Gemeindeoberhaupt und wünschte mit dem Pfadfindergruß „Gut Pfad“ den Anwesenden gesegnete Weihnachten.
Vom Saalachsteg nahm das Licht seinen Weg auch in die umliegenden Gemeinden. Gekommen waren eine Abordnung der Pidinger Pfadfinder, die evangelische Gemeinde aus Mitterfelden, Vertreter der Pfarrei Surheim und der Siezenheimer Diakon Alfred Thalmeier, der das Licht zur Messe in seine Kirche trug. Die Pfadfinder aus Mitterfelden brachten die Flamme zur Kindermette ins Pfarrzentrum Sankt Severin. Dort hatte jeder die Gelegenheit, das Licht an „alle Menschen guten Willens“ weiterzugeben. Auch das Wohnstift Mozart freute sich erstmals über das Friedenslicht von Bethlehem, das zwei Pfadfinder den Bewohnern feierlich überreichten.
Vor 17 Jahren wurde die Aktion im Rahmen der ORF-Initiative „Licht ins Dunkel“ ins Leben gerufen. Von Bethlehem über Wien gelangt das Friedenslicht auch in über 30 deutsche Großstädte von München bis Kiel und von Aachen bis Görlitz. In erster Linie von der internationalen Pfadfinderbewegung getragen hat dieser moderne Weihnachtsbrauch seine hellen Spuren in fast allen Ländern Europas und in diesem Jahr erstmals auch in den USA hinterlassen. Gerade die angespannte Situation im Heiligen Land gibt dem Friedenslicht eine besondere Bedeutung. Das Militär hält auch zu Weihnachten die Stellung in Bethlehem. Das Leben in der Ursprungsstadt der Flamme ist geprägt von Anschlägen, Ausgangssperren, Gewalt und Gegengewalt. Insbesondere weil das Friedenslicht aus einem Kriegsgebiet stammt, ist es mehr denn je ein Symbol für die Sehnsucht nach Frieden. Ein Zeichen, das verletzlich und leicht auszulöschen ist – angewiesen auf schützende Hände. So hatte auch die Feierstunde am Steg eine besondere Bedeutung.
Zum Nachdenken: Die vier Kerzen
Vier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war sehr still, so still, dass man hören konnte, wie die Kerzen zu reden begannen.
Die erste Kerze seufzte und sagte:
h heisse Friede. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden, sie wollen mich nicht." Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schliesslich ganz.
Die zweite Kerze flackerte und sagte:
h heisse Glaube . Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne." Ein Luftzug wehte durch den Raum und die zweite Kerze war aus.
Leise und sehr traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort:
h heisse Liebe . Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite, sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen." Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.
Da kam ein Kind in das Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte:
er, aber ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!" Und fast fing es an zu weinen.
Da meldete sich die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte:
b keine Angst, so lange ich brenne, können wir auch die anderen wieder anzünden. Ich heisse Hoffnung."
Mit einem Streichholz nahm das Kind Licht von dieser Kerze und zündete die anderen Lichter wieder an.
 Über den Steg ging es nach Österreich.
|
 Letzte Abstimmungen am Steg.
|
 Georg Sturm vom Salzburger Pfadfinderkorps.
|
 Mitterfeldner Gitarren als Gesangsbegleitung.
|
 Der Teilnehmerkreis wird jährlich grösser.
|
 Insgesamt 4 Lieder wurden angestimmt.
|
 Bürgermeister und Geistliche von "Drent und Herent" richtet ihre Grussworte an die Pfadfinder.
|
 Anna Krause las die Geschichte der 4 Kerzen vor.
|
 Die Flamme hatte schon einen weiten Weg aus Bethlehem hinter sich,...
|
 ...und wurde am Steg den Georgspfadfindern aus Mitterfelden übergeben.
|
 Diese brachten das Licht direkt in die Kindermette im Pfarrzentrum,...
|
 ...sowie ins Kurstift Mozart, wo die Pfadfindern bereits erwartet wurden.
|
 Melanie Fuchs und Niki Weber zündeten dort die Kerze an.
|
 Flo überlegt, den Roverraum ansprechend umzugestalten :)
|
copyright stamm christopherus mitterfelden, erzeugt am: 26.11.2008
|